Ein erster Tipp
Gehen sie -mit etwas Zeit- in eine gute Buchhandlung und fragen sie nach dem „Dilbert Prinzip. Nehmen sie es zur Hand, lesen Kapitel 12 und stellen es ins Regal zurück.
Nun wissen sie schon sehr viel grundsätzliches über Unternehmensberater.
Die Darstellung mag zwar spaßig sein, der Kern ist aber kaum treffender zu beschreiben.

Wohnungseigentumsverwalter sind ähnlich gestrickt. Ihr Vorteil, sie haben ein Gesetz zur Hand.
Beide kennen die Punkte wo anzusetzen ist.
Unternehmen sind tunlichst nicht überorganisiert und konzentrieren sich auf ihren jeweiligen Zweck.
Gleichgültig ob dieser Idealzustand vorhanden ist oder das Gegenteil, haben Berater ihre „Rezepte“ in der Tasche.
Im einen Fall wird empfohlen Strukturen aufzubauen im anderen ab, „verschlanken“.
Wichtig ist das vorgegaukelte Ziel. Sie werden Marktanteile gewinnen, expandieren.
Unkonventionelle, kritische Fragen sind oft hilfreich.
Sind wir das einzige Unternehmen unserer Branche dem sie dies empfehlen?
Haben sie unsere Herren/Damen X, Y oder Z einbezogen? Wie ist deren Meinung?
Was unterscheidet sie von der Gesellschaft 3, 4 oder 5?
Neuerdings kommt die -angebliche- Schnelligkeit der Entwicklung ins Spiel, die Zwänge der Globalisierung.
Als Folge wird empfohlen, die Unternehmensziele in immer kürzeren Intervallen zu ändern.
Diversifizierung folgt der Konzentration auf das Kerngeschäft und umgekehrt.
Es soll im Idealfall nichts mehr nachvollziehbar oder gar kontrollierbar sein.
Dem können natürlich dauerhaft wirksame Strukturen nicht folgen.
Es stellt sich Chaos ein. Der administrative Aufwand steigt.
Redundanzen nehmen zu und bilden Nahrung für Folgeaufträge.
Je nach Größe des Unternehmens ist auch „teile und herrsche“ angesagt

Genau dies ist in der Wohnungseigentumsverwaltung ein wichtiges Prinzip.
Verspreche jedem Alles aber halte dich nur an die jeweilige Mehrheit auch wenn es einmal gegen Recht und Gesetz geht.
Hier wäre es angeraten, wenn sie noch verbleibende Zeit in der Buchhandlung für einen Blick in das „Wohnungseigentumsgesetz“ nutzen würden.
Es ist im Grunde genommen ein überschaubares Werk. Trotzdem wird es gern von Verwaltern als komplizierte Materie (Daseinsberechtigung) dargestellt.
Leider haben 90% der Eigentümer keine Ahnung und wollen sich auch nicht damit befassen!
Wohnungseigentumsgesetz, Teilungsvereinbarung, etc. sind weitgehend unbekannt.
Sie sind stolze Besitzer eines Hauses, realisieren nicht, dass ihnen nur ein Bruchteil gehört.
Die Stunde einer Verwaltungsgesellschaft, die alles richtet.
Die Eigentümer (10%), die verstehen, sich kümmern wollen, bleiben in der Regel außen vor.
Mit ein wenig mehr Erfahrung, die sie im Laufe der Jahre nicht verhindern können, sind diese „Profis“ mehr oder weniger überlegen.
Eine weitere Spezialität sind „Beiräte“. Obwohl weitgehend „zahnlos“ werben manche Verwalter für diese Instanz. Sie wollen einen Puffer sowohl zu der Mehrheit der Eigentümer und insbesondere, ohne jegliche rechtliche Wirkung, zu den kritischen Geistern.
Ist mit dem Beirat besprochen oder von diesem geprüft, sind beliebte Floskeln.
Neben den häufig hohen Kosten einer „professionellen“ Verwaltung eröffnen sich für diese auch andere Einnahmequellen.
Man wechselt gern die Versicherung, weil man günstigere Prämien ausgehandelt hat. Verschwiegen wird zum einen die verbundene Provision, zum anderen der verlorene Deckungsbeitrag.
Bei einer neuen Versicherung hat man keinen Deckungsbeitrag (angesammelte Prämieneinnahmen, ohne in Anspruch genommen zu werden) und läuft Gefahr nach dem ersten Schaden rauszufliegen. Die Folge sind dann erheblich höhere Prämien.
Gern schaltet man Experten ein (Provision!?).
Undurchsichtig sind häufig Auftragsvergaben. Oft enthalten die Verträge recht hohe Grenzen für die Ausschreibungspflicht oder niedrige werden einfach ignoriert (Provision!?). Freunde, Schützenbrüder, etc..
Die Anlage der Rücklage kann auch sehr ergiebig sein (Provision!?).
Potential bergen auch Sammelbestellungen für mehrere Gemeinschaften (Öl, Gas, Strom) oder der Verkauf neuer Messmethoden (z.B. Techem).
Weitere Möglichkeiten überlasse ich zunächst ihrer Phantasie.


Als „Abfallprodukt“ kann ich natürlich über aktuelle Entwicklungen in meinem erlernten Metier (Bankgeschäft) und Strategien für den Umgang damit Auskunft geben.


Einige meiner Lieblingsbücher (abseits der Pflicht):

- Parkinson Gesetz
- Peter Prinzip
- Haben oder Sein
- Die Seele des Menschen
- Siddhartha
- Die Boote fahren nicht mehr aus
- Morus Utopia

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